Mein Coming Out

Hey liebe Mitglieder,

da hier noch niemand sich getraut hat, etwas über sein Coming Out zu erzählen, wage ich als erstes den Schritt.

Bei mir lief zum Glück alles recht glatt und niemand hatte ein Problem damit. Meine beste Freundin, wusste als erstes Bescheid und war sehr glücklich darüber, dass ich es ihr anvertraut hatte. Nach und nach habe ich allen Freunden und meiner Familie erzählt, was Sache ist. Meine Mutter, hatte schon etwas geahnt und war nicht wirklich überrascht. Mütter eben, die wissen irgendwie immer Bescheid.
Einer meiner besten Freunde, meinte aus Spaß zu mir: Oh, dann muss ich ja jetzt aufpassen, wenn ich bei dir übernachte :stuck_out_tongue:

Das war schon echt cool, wie locker, es alle aufgenommen haben.

Auf Homophobie, bin ich bis jetzt zum Glück noch nicht gestoßen.

Wie war euer Coming Out?
Wie haben eure Eltern reagiert und eure Freunde?

Ich fände es echt toll, wenn sich auch noch andere Trauen würden :slight_smile:

LG Knutschkugel

Hey Knutschkugel,

einen Teil meines Coming-outs habe ich bereits in Ehemann, Kapitel 2 beschrieben. Hier noch einmal ein paar mehr Infos:

Grundschule
Mit anderen Jungs gerne "befreundet" gewesen. (Damals konnte ich es nicht besser beschreiben)
12 – 13
Erste Überlegungen, dass ich schwul sein könnte. Zu Anfang dachte ich noch, dass es einfach wahrscheinlicher sei, hetero zu sein, als schwul. Als es sich aber nicht änderte/auf das Gegenteil hindeutete, nahm ich es einfach mal hin, schwul zu sein. Mein inneres Coming-out war abgeschlossen.
14 – 17
Ich outete mich einmal eher so nebenbei bei einer damaligen Freundin, die dann meinte, es sei nur eine Phase und die wahrscheinlich bis heute davon ausgeht, ich sei hetero
18
Kurz vor meinem 18 Geburtstag dachte ich das erste Mal darüber nach, mich zu outen. Bisher war das für mich nicht infrage gekommen. Zum einen war bisher nicht die Notwendigkeit dagewesen, zum anderen war ich ehrlich gesagt auch unsicher, wie alle reagieren würden. Mein Bruder hatte es schon geahnt; meine Eltern nicht. Mein Vater brauchte einige Zeit, um damit einigermaßen klarzukommen und meine Mutter erzählt mir jetzt jedes Mal von ihren schwulen Nachbarn, die ich nicht kenne.
18 – 20
Ich dachte, ich sei aromantisch, aber verliebte mich. Wie das ausgibt, ist sozusagen Geschichte (die "Geschichte" dazu könnt ihr hier im Forum als "Ehemann" nachlesen)
20 – 21
Ich fand heraus, dass ich asexuell bin. Im Gegensatz zu meiner Homosexualität blieb es hierbei aber primär beim inneren Coming-out, da das "große" äußere Coming-out für mich bei meiner Asexualität nicht so wichtig ist. Allerdings hat man ja schnell mal ein "Mikro-Coming-out".
21 – heute
Mit Homophobie hatte ich nie wirklich persönlich zu tun, aber mit anderer Diskriminierung: Bezüglich meiner Asexualität und das in einem safe space. Der war aber leider nur für Schwule safe. Darum freut es mich, dass queerpoint dahingehend die gesamte LGBT*-Community miteinschließt.

Mein inneres Coming Out war so mit 12-13 Jahren da ich mich für Mädels noch nie interessieren konnte, selbst wenn ich es wollte. Das war problemlos.
Ebenso problemlos verlief es bei meinem besten Freund. Er war zwar sehr überrascht da ich überhaupt nicht in das Bild passe, was viele vor Augen haben wenn sie an „schwul“ denken :see_no_evil: .

Aber mein Coming Out den Eltern gegenüber verlief eher mittelmäßig gut :see_no_evil: . Sie haben eine Weile gebraucht bis sie damit „richtig“ klargekommen sind. Jetzt ist es das normalste auf der Welt wenn ich zu meinem Freund gehe oder er hier ist :slight_smile: . Bei meiner Schwester und den Großeltern ebenso.

Will damit sagen, auch wenn es anfangs holprig verlaufen ist muss das noch lange nichts heißen. Manche brauchen einfach Zeit um die für sie neue Situation anzunehmen. :slight_smile:

Mit Homophobie im direkten Zusammenhang mit mir selbst hatte ich noch nicht zu tun. Zum Glück.

LG :slight_smile:

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Mein Coming-Out lief im großen und ganzen ganz gut.

Ich habe es irgendwann mit 16 erst bemerkt, dass mich Jungs interessieren. Davor hat mich einfach niemand sexuell interessiert, aber ich hab mir eingeredet ich sei hetero (wovon in 90% der Fälle ja auch auszugehen ist, es ist also keine völlig ungerechtfertigte Annahme). Dann irgendwann fand ich die ersten Jungs hübsch, insbesondere in Filmen und auch in der Schule fand ich ein paar sehr ansprechend.

Mit einem habe ich die ersten Kennenlernversuche unternommen (im Nachhinein bin ich mir relativ sicher, dass er hetero ist). Witzigerweise bin ich dabei einer Klassenkameradin näher gekommen, mit der ich zusammen ein Französisch-Zertifikat gemacht habe. Anscheinend hat sich außer uns niemand dafür interessiert, dementsprechend hatten wir beiden mehrfach die Woche Unterricht allein.

Man kam sich näher und für die geringe Chance, dass ich doch hetero sein könnte, kam ich mit ihr zusammen. Man war ja schließlich ein Teenager und wollte sich ausprobieren und beweisen. Sie war letztendlich aber nicht die Frau, die mir guttat (meine Mutter bezeichnet sie noch heute als die Schwulmacherin), so ging es nach einem Jahr auseinander: Unter Tränen habe ich ihr als erste Person gestanden, dass ich schwul bin. Sie hat es erst als schlechten Scherz abgetan, aber irgendwann doch kapiert. Damit war die Trennung besiegelt.

Anschließend habe ich mich bei meiner besten Freundin geoutet, die war sofort völlig cool damit und hat mich in jeder Lebenslage unterstützt. Dann kamen meine älteren beiden Schwestern an die Reihe, die beiden haben es auch sehr gut aufgenommen, das war kein großes Ding und alles blieb wie vorher. Ähnlich lief es bei meiner Mutter.

Bei meinem Vater war es sehr holprig. Wir saßen am Küchentisch (nur Mama, Papa und ich) und ich hab es meinem Vater erzählt. Er haut auf den Tisch, sagt: „Nein, du bist nicht schwul“ und verlässt den Raum… Die Reaktion hatte ich von einem Sozialarbeiter nicht erwartet. Danach wurde das Thema totgeschwiegen, so lange, bis es nicht mehr totzuschweigen war. Ich brachte meinen ersten Freund nach hause, den wollte er nichtmal begrüßen. Es war eine Fernbeziehung, dementsprechend hatten die beiden nicht viel Gelegenheit sich näher zu kommen. Mein zweiter Freund kam aus der Gegend und saß dementsprechend häufig mit am Frühstückstisch. Da musste er sich dann unweigerlich mit arrangieren, auch wenn das Verhältnis doch recht unterkühlt blieb. Erst bei meinem dritten und seit fast vier Jahren aktuellen Freund ist er schlussendlich aufgetaut, vermutlich, weil er endlich jemanden hatte, mit dem er gemeinsam Fußball schauen konnte.

Bei meiner jüngsten Schwester (5 Jahre jünger) habe ich mich nie geoutet, ich dachte sie wäre noch zu jung und würde es nicht stehen. Dann hat sie uns irgendwann beim Sex erwischt und ist danach abgehauen, damit war die Sache aber auch schnell geklärt.

Bei Freunden lief es überall problemlos. Einige fanden es echt stark (insbesondere einer, von dem ich auch vermute, dass er an unserem Ufer schwimmt, aber sich nie getraut hat, sich zu outen), andere haben es mit einem Schulterzucken hingenommen und wieder andere haben sich distanziert. Aber das Distanzieren muss nicht zwangsweise am Outing gelegen haben, vielmehr hat man sich durch einen neuen Wohnort, Studium, persönliche Weiterentwicklung, etc. einfach auseinander gelebt.

Auf der Arbeit habe ich mich bisher auch schon ein paar Mal geoutet, das war immer besonders schwer, da ich das Gegenüber nicht gut genug kenne, um einschätzen zu können, wie sie reagieren. Insbesondere, wenn man da einen Corona-Leugner neben sich sitzen hat, kann man sich zusammenreimen, wie er zur Homosexualität stehen mag. Aber wenn ich gefragt werde, ob ich eine Freundin habe, möchte ich auch einfach nicht mehr lügen. Meine Antwort fällt dann aber oft auch in einem eisigen Ton aus, die keine weitere Diskussion zulässt.

Wie man sieht: Coming out ist nicht ein Moment, sondern ein Prozess, der einen das Leben lang begleitet, da man immer neue Leute kennen lernt. Aber sobald der Kern es einmal weiß, wird es viel einfacher und selbstverständlicher. Zumal man Leute, die ein Problem damit haben sollten, dann einfach aus seinem Leben streichen kann. ^^

LG Iroc

Ging mir ähnlich, aber glaubst du, dass 90 % tatsächlich noch eine aktuelle Zahl ist?

Das klingt schon fast nach einem Filmtitel :joy:

Klingt als wäre das sein Lieblingsfreund ^^

:+1:

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Hmm, schwer zu sagen. Meiner Ansicht nach haben sehr viele zumindest Tendenzen zur Bi-sexualität, aber oft reicht es nicht aus, um sich zu outen. Sie leben einfach als „hetero“, leben ihr Interesse am gleichen Geschlecht (und allen anderen nicht-binären) nie aus und ersparen sich damit die gesellschaftlichen Konflikte. Wenn man diese Gruppe mit dazu zählen würde, dann wären wir vermutlich eher bei 50-60%, die rein heterosexuell sind, wenn nicht sogar noch weniger. Aber wo zieht man da die Grenze?

Dann haben wir ja schon den Titel für meine Autobiografie. xD

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Ich hoffe, ihr verzeiht es mir, wenn ich mehr auf mein inneres als auf mein äußeres Coming-out eingehe. Dazu gibt es in meinem Fall einfach mehr zu sagen. Ich nehme mir deswegen mal ein Beispiel an @Zuri und fange bei den Dinosauriern an :sweat_smile:; das äußere Coming-out beginnt dann bei 19 Jahren.

Grundschulzeit: Ich fand manchmal andere Jungs interessant, wollte ihnen gefallen und habe mich darin verloren, ihre Mimik zu analysieren. Meistens bin ich dann irgendwann traurig geworden, weil ich… ja, was eigentlich? so sein wollte wie sie? ein Teil ihres Lebens sein wollte? So genau weiß ich das immer noch nicht. Komischerweise war mir klar, dass diese Gefühle etwas sehr Privates und eventuell Unpassendes waren, weshalb ich nie mit jemandem darüber geredet habe.

Bis 13: Ich hatte eine allgemein ziemlich sexualfeindliche Einstellung und bin davon ausgegangen, dass ich mit dem ganzen Thema nichts zu tun hätte. Eigentlich hätte mir schon damals auffallen können, dass das nicht stimmt. Dass ich meine Empfindungen erst so spät verstanden habe, liegt vermutlich auch daran, dass sie nicht dem allgemein bekannten Schema entsprachen, weil ich mich eben nicht für Mädchen, sondern für Jungs interessiert habe.

14: Damals hatte ich Geofiction als Hobby und habe mir manchmal auch vorgestellt, wie ich selbst in den von mir erfundenen Ländern leben würde. Und in dieser idealen Vorstellung hatte ich oft einen sehr engen männlichen Freund. Mir ist dann schließlich aufgefallen, dass ich mir im Prinzip ein schwules Pärchen vorstelle, und so kam mir die Idee, dass ich selbst schwul sein könnte. Eigentlich witzig, dass ich diesen Umweg über die „Außenwahrnehmung“ brauchte.

15–17: Einerseits habe ich mich im Internet intensiv über Homosexualität informiert und auch die meiste Zeit angenommen, dass ich schwul sei. Andererseits habe ich mich an die Möglichkeit geklammert, dass es eventuell doch anders sein könnte, was sowohl mit der schon erwähnten sexualfeindlichen Einstellung als auch mit internalisierter Homophobie zusammenhing. Meine Theorie war, dass ich mit mir selbst unzufrieden wäre, mich als Außenseiter fühlen würde, und deswegen eine übersteigerte Bewunderung für diejenigen Jungs entwickeln würde, die ich beneiden würde. Das „Problem“ müsste sich also von selbst erledigen, wenn ich nur mein Selbstwertproblem in den Griff bekommen würde. (Ich weiß, das klingt nach Konversionstherapie-Blödsinn. Diese Gedanken hat allerdings niemand von außen an mich herangetragen, sondern ich habe einfach nach einer schlüssigen Erklärung für meine Gefühle gesucht. Und in meinem speziellen Fall erschien mir diese Theorie damals plausibel.)
Mit 16 habe ich das erste Mal bei einer anderen Person geoutet. Es war vollkommen ungeplant und eine direkte Reaktion darauf, dass die Person sich bei mir als lesbisch geoutet hat. Mein Gegenouting hat das Gespräch dann doch um einiges aufgelockert. :sweat_smile:

17–18: Ich habe einen Versuch unternommen, meine Sexualität zu bekämpfen und „zölibatär“ zu leben, also ohne Romantik und ohne sexuelle Aktivitäten oder Gedanken jeglicher Art. Nach ca. einem halben Jahr habe ich dann aber erkannt, dass mir diese Einstellung nicht guttut: Ich habe nicht wie erhofft durch das Ausblenden von „Ablenkung“ mehr Energie und Klarheit gewonnen, sondern es hat mich Kraft gekostet, einen Teil von mir zu unterdrücken.

18: Nachdem dieser Versuch gescheitert war, habe ich akzeptiert, dass ich mich zu Männern hingezogen fühle. Ich habe aber sehr viel Wert darauf gelegt, homoromantisch asexuell und nicht homosexuell zu sein. Bis heute vermute ich, dass ich damit nicht ganz Unrecht hatte, aber ich benutze das Label „asexuell“ nicht mehr.

19–20: Mir wurde klar, dass ich mich jahrelang auf Ausflüchte zurückgezogen hatte. Ich beschloss daher, mich als schwul (und nichts anderes) zu bezeichnen, und diese Seite an mir zu akzeptieren. Dadurch entstand auch der Wunsch, mich anderen Menschen anzuvertrauen.
Die zweite Person, die erfuhr, dass ich schwul bin, war mein bester Freund. Leider stellte ich mich bei dem Gespräch nicht besonders geschickt an: Nachdem ich die Unterhaltung in die richtige Richtung navigiert hatte und es eigentlich kein Zurück mehr gab, verlor ich die Kontrolle und machte einen Rückzieher. Es war, als hätte eine Art Autopilot die Situation als gefährlich erkannt, deswegen das Denken und Reden für mich übernommen und versucht, mich in Sicherheit zu bringen. Diese Erfahrung sollte sich noch ein paarmal wiederholen, wenn ich versuchte, mich zu outen.
Doch bei meinem besten Freund ging das Rückzugsmanöver schief. Während ich nach Hause fuhr und mich ärgerte, dass ich es doch nicht geschafft hatte, war er zwar etwas verwirrt über meine seltsame Gesprächsführung, aber hatte genau verstanden, dass ich ihm sagen wollte, dass ich schwul wäre. Über ein Jahr später sprach ich das Thema noch einmal an, in dem Glauben, ich hätte das Coming-out ihm gegenüber noch vor mir. Dieses Gespräch wird mir in Erinnerung bleiben: Als er verstanden hatte, worauf ich hinauswollte, stellte er mir mehrere Kontrollfragen, die sich alle darum drehten, was verschiedene Religionsvertreter und rechtskonservative Politiker:innen von dem Thema halten würden. Irgendwann war er sich dann sicher, dass wir von demselben Thema sprachen, und fragte mich sehr ernst: „[Agri], hast du abgetrieben?“ So hat er im Prinzip den schwierigen Teil für mich übernommen.

20: Ich ließ mich von einer damaligen Mitbewohnerin zu Veranstaltungen des Queerreferates meiner Uni mitschleppen, außerdem ging ich ein einziges Mal zu einem Treffen einer spontan gegründeten queeren Gruppe. Obwohl mir beides (aus unterschiedlichen Gründen) nicht besonders gefallen hat, war es ein wichtiger Schritt für mich.
Ich outete mich außerdem bei meiner Mutter, die damit von Anfang kein Problem hatte und es sofort akzeptiert hat. Sie war höchstens ein bisschen enttäuscht, dass ich ihr nicht im gleichen Atemzug ein paar spannende Männergeschichten erzählt habe.^^ Dass dieses Coming-out unproblematisch sein würde, hatte ich zum Glück schon vorher gewusst, denn sie hatte immer schon versucht, nicht einfach davon auszugehen, dass ich heterosexuell wäre. Tatsächlich hatte ich mich gefragt, ob sie schon etwas geahnt oder sogar gewusst hatte, aber offenbar war mein Coming-out für sie schließlich doch eine neue Information.
Ich hatte außerdem in diesem Jahr das Bedürfnis, mich gegenüber meinem Uni-Freundeskreis zu outen. Dazu ist es nie gekommen, auch wenn zumindest eine Freundin sich, glaube ich, mittlerweile ihren Teil gedacht hat. Nachdem ich mich monatelang nicht überwunden hatte, änderte sich meine Einstellung und ich war eigentlich doch zufrieden mit dem, was ich erreicht hatte.

21–24: Ich habe mich noch vor ein paar weiteren Menschen geoutet, und wer mich fragt, bekommt auch eine ehrliche Antwort. Schlechte Reaktionen oder Homophobie habe ich dabei zum Glück nie erlebt. Was mich etwas ärgert, ist, dass ich bei meinem Vater nach wie vor ungeoutet bin. Er ist auf keinen Fall „politisch“ gegen Homosexualität und ich bin mir auch sicher, dass er es früher oder später akzeptieren würde; allerdings geht er fest davon aus, dass ich natürlich hetero bin, und hat auch schon explizit gesagt, dass er es sehr befremdlich fände, wenn es nicht so wäre. Ich vermeide es allgemein, mit ihm über Beziehungen, Liebe oder ähnliche Themen zu sprechen, weil dabei von seiner Seite oft Aussagen kommen, die ich als anstrengend empfinde. Alle diese Schwierigkeiten sollten prinzipiell überwindbar sein, allerdings war es mir bisher noch nicht sehr wichtig, mich vor ihm zu outen.

Hui, das ist jetzt ein ziemlicher Roman geworden. Ich hätte es nicht so schwer haben müssen, aber oft steht man sich selbst im Weg und ist sein eigener größter Feind. Jetzt bin ich trotzdem sehr froh, dass es so gekommen ist und mich dieses Thema inzwischen nicht mehr so beschäftigt und bedrückt wie vor acht oder auch noch vor vier Jahren.

LG agri

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Das kommt mir auch sehr bekannt vor, da sprichst du mir aus der Seele… Nur die Phase ging bei mir bis 15 oder so. :smiley:

Weißt du, was diese Einstellung bei dir verursacht hat?

Das freut mich sehr, dass du das Thema inzwischen so gut für dich gemeistert hast! :slight_smile: Ich finde es immer wieder faszinierend, wie schwer man sich als Teenager mit manchen Themen getan hat, die man heutzutage sofort anders verstehen würde. Aber ich schätze das gehört einfach zum Erwachsen-werden dazu. ^^

Stimmt, ich gebe zu, dass die Zeitangabe „Grundschulzeit“ etwas willkürlich gesetzt war. Und: Eigentlich ja auch eine spannende Frage, wie sich Verliebtsein bei Kindern anfühlt.

„Liebe“ ist doch das, was man aus Filmen kennt, oder? Wo jemandem das Gehirn wegschmilzt, er sich dann peinlich benimmt und ganz viel Drama produziert, und am Ende so schreckliche Dinge tut wie Knutschen oder sogar Sex, oder? :joy:
Letztendlich weiß ich nicht, woher diese Haltung kam, aber ich hatte in der Hinsicht wohl eher nicht viele Vorbilder und über die Darstellung in Filmen und Büchern haben wir uns eigentlich immer nur lustig gemacht.
Meine homophoben Einstellungen waren, glaube ich, ziemlich im Rahmen der durchschnittlichen Schulhofhomophobie. (Und mir ist mal aufgefallen, dass es wohl überhaupt nicht geholfen hat, wenn man mir damals gesagt hat, dass Homosexualität „nichts Schlimmes“ wäre o. Ä. Das klingt, als würde man beide Augen zudrücken und etwas gerade eben tolerieren. Mein innerer Perfektionist wollte daraufhin rigoroser als andere sein und fand deswegen, dass es doch etwas Schlimmes wäre.)

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