Hallo zusammen. Ich habe vor etlichen Jahren mal einen Lyrik-Zyklus geschrieben. Bin mir nicht so ganz sicher, ob man sowas als „Geschichte“ bezeichnen kann, aber ich wage mal den Versuch.
Die einzelnen Strophen entstanden vor dem Hintergrund einer - ich nenne es mal so - Online-Beziehung…
Moorwege
-
Am Waldrand
Über uns sanftes Mondlicht
hinter uns der Dornenwald…
vor uns – das Moor…
versteckt unter einem Mantel aus Nebelkalt, dick, alles verdeckend, stumm.
Hinter uns, jenseits des Waldes
leise das Gebell der Hunde, die Rufe der
Jäger,
manchmal verschwindend
unter den Stimmen der Nachtvögel.
Wir sehen uns an.
Die Kleidung zerrissen
von den Dornen.
Deine mehr als meine.
Die Körper gezeichnet.
Deiner mehr als meiner.
Ich:
Eine große Wunde über dem Herzen.
Alt, längst verheilt,
die nur noch schmerzt,
wenn sich das Wetter ändert.
Viele kleine…
Alte, jüngere,
frische, aus denen noch das Blut rinnt…
Du:
Einige große, noch kaum verheilt,
empfindlich, verletzlich…
Schmerzen verursachend…
Meine Hand streichelt vorsichtig
zärtlich über die größte…
an deinem Arm…
Unsere Blicke treffen sich.
Unsere Lippen berühren sich.
Unsere Hände verbinden sich.
Ich spüre deine Wärme…
…und deinen Schmerz…
Du spürst meine Liebe…
…und meine Unsicherheit…
Ich fühle deine Hand
meine drücken.
Ich spüre neue Kraft…
Ein letzter Blick in deine Augen…
Dein Nicken.
Ich halte deine Hand
und wir beginnen unseren Weg
…durch das Nebelmoor…