Liebe Community,
ich bin neu hier auf dem Forum und auch relativ neu im dem LGBTIQ Umfeld, und habe dabei gerade folgende Herausforderung:
Ich bin 39 Jahre alt und habe bis vor ca einem 3/4 Jahr fast ausschließlich hetereosexuell gelebt. Dann habe ich in der Männerumkleide beim Duschen festgestellt, dass ich mich sexuell von Männern angezogen fühle.
Seitdem steht mein Leben Kopf. Ich find die Wahrnehmung / Erkenntnis fremd und schäme mich teilweise dafür. Für mich bedeutet das, dass ich meine Orientierung nicht toll finden darf und wenn mir solche Vorstellungen hochkommen, schäme ich mich dafür.
Ich beschäftige mich seitdem sehr intensiv mit dem Thema, u.a. höre ich Gay Podcasts, durchstöbere LGBITQ Foren, lese mich zum Thema ein. Ich hatte auch schon Dates mit Männern, die sich ambivalent anfühlen. Auf der einen Seite fühle ich mich angezogen, gleichzeitig lasse ich Gefühle nicht zu. Ich habe also auch schon einen Mann geküsst, und es fühlte sich falsch / nicht gut an. Ich möchte in Teilen nicht so fühlen und kämpfe daher gegen an. Aber ich habe irgendwie dann auch kein Verlangen, mit diesen Personen körperlich zu werden.
Ich habe auch schon Filme über/mit Gay Paaren gesehen und mich dabei geekelt, insb. bei Sexszenen.
Gleichzeitig finde ich Frauen auf den ersten Blick teilweise attraktiv bzw. anziehend, was aber meist nachlässt. Körperliche Berührungen finde ich hin und wieder auch noch schön bzw. macht Verlangen auf mehr, allerdings meistens nur in dem Moment.
Gleichzeitig fühle ich mich schlecht, wenn ich attraktive Frauen nicht mehr anziehend finde und auch auf Feiern, wenn Männer / Frauen zusammen tanzen, dass ich das nicht mehr möchte.
Zudem war ich nun für 8 Wochen in einer Tagesklinik zur Behandlung dieser Selbstakzeptanzproblematik, da mich das depressiv gemacht hat. Ich habe kleine Fortschritte erreichen können.
Ich möchte jedoch gerne weiterkommen, weil es mir weiterhin noch nicht wieder so gut geht. Ich schlafe schlecht, habe deutlich weniger Freude bei Aktivitäten und habe Antrieb verloren.
Ich habe mich auch schon vielen Leuten (Freunde/Familie, Mannschaft) geöffnet bzw. geoutet, in der Hoffnung, dass das meine eigene Akzeptanz erhöht.
Daher bin ich auf der Suche nach Hilfe für meine Orientierung / Akzeptanz, damit ich wieder befreit und ohne Gewissensbisse leben kann.
Ich pflege weiterhin Kontakte zu Gay Männern und treffe die auch weiterhin, um mich mit der Situation anzuvertrauen.
Habt ihr noch Ideen, was ich tun kann? Ich bin teilweise sehr am Verzweifeln…Gleichzeitig soll mich das Thema nicht mehr so einnehmen. Ich weiß, dass ich mich nicht labeln muss, ist egal auf was und wie ich stehe. Aber mir geht es einfach nur darum mit mir selbst im reinen zu sein, ohne dass ich mich dabei schäme.
Danke für euren Rat!