Eigene Identität

Hallo allerseits.

Ich muss sagen, es kostet mich massiv viel Überwindung, das hier zu posten aber ich weiß nicht, mit wem ich darüber reden soll.

Ich versuche, mich kurz zu fassen. Ich war nie das typische Mädchen. Schon im Kindergarten habe ich bei Rollenspelen eher Jungsrollen gemocht, das hat sich in der Grundschule so fortgesetzt. Ich war auch nie die klassische Tussi, immer in Hosen, kein rosa etc. Das hat sich auch in meiner Teenager Zeit so fortgeführt. Mit 12 ließ ich mir die Haare kurz schneiden, mit 13 band ich mir die Brüste ab. Irgendwann vertraute ich meiner Mama an, dass ich lieber ein Junge wäre.

Es schien wie eine Phase, doch als Jungs relevant wurden, änderte auch das. Ich sah mich unter Druck, femininer zu sein, um interessant zu sein, kam mit 15 in ein Mädchenheim und versuchte einfach, mich rauf einzulassen.

Im Endeffekt hat sich alles immer verkleidet angefühlt, nie so richtig echt. Ich fand nie zu mir selbst.

Inzwischen bin ich 27, bald 28 und irgednwie ist das immer noch Thema, offenbar bin ich das wirklich, offenbar ist es keine Phase. Ich bin inzwischen so weit, dass ich sage, ich würde mich definitiv nicht operieren lassen. Ich will kein Mann sein. Aber ich will auch keine Frau sein. Nichts davon fühlt sich echt an. Ich hab Phasen, da ziehe ich mich gerne etwas femininer an, diese Phasen sind aber eher selten. Manchmal hasse ich meinen Körper, manchmal hätte ich am liebsten keinerlei Geschlechtsmerkmale.

Anfang 20 hatte ich mein Outing bzgl Bi!bzw eher Pansexualiltät. Auch das war etwas, wo ich lange als Phase abgetan habe und im Nachhinein war es war wichtig und positiv für mich, da einfach offen zu sein.

Wenn mich Leute so mit Frau XY ansprechen, oder Dame oder was weiß ich. Da zieht sich in mir alles zusammen.

Naja im Endeffekt weiß ich gar nicht, was ich mir hier nun erwarte. Ich fühle mich einfach wie der letzte Freak und weißt nicht, wohin mit mir.

Hallo BassFace,

erstmal herzlich willkommen in der Community.

Diese strikte Unterscheidung zwischen den Geschlechtern nervt mich schon immer. Manche Menschen fühlen sich nunmal keinem Geschlecht zugeordnet oder sind sogar genderfluid, das heißt, sie wechseln ihre Geschlechtsidentität ständig hin und her. Das, was du schilderst, klingt so, als hättest du am liebsten gar kein Geschlecht. Würdest du dich also als non-binär bezeichnen, oder würdest du dich einfach gar nicht bezeichnen?

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Vielen Dank :slight_smile:

Gute Frage. Ich sag bei so einem Thema immer “ich bin halt einfach ich” oder dass ich mich neutral fühle.

Bevorzugst du bestimmte Pronomen? Oder sollte man bei dir eher versuchen, Pronomen zu vermeiden?

Das ist eine gute Frage.

Also ich bin es ja gewohnt, dass man mich mit weiblichem Pronomen anspricht und mich stört es might übermäßig Aber es fühlt sich auch nicht zu 100% an.

Mit den Jahren hat sich ein geschlechtsneutraler ergeben und wenn jetzt Leute sagen “Ich hab mit X geprochen” oder “Frag doch mal x” ist mir lieber als “ich hab mit ihr geprochen” etc.

Ganz schlimm fand ich immer so sachen wie junge Dame oder Fräulein.

Ich danke dir für deine Aufklärung.

Das Thema setzt ein Gespräch fort, welches ich vorgestern mit meiner Mutter geführt habe. Sie ist eigentlich ziemlich tolerant, tut sich aber schwer mit den Geschlechtsidentitäten mancher Freunde. Ihre Aussage war so ungefähr: “Ich hab die Beiden als Mädchen kennengelernt, also bleiben das für mich auch Mädchen.”

Ich denke, wenn ich ihr deine Posts zeige, wird sie vielleicht noch mal anders darüber denken, oder was meinst du, @Ckris?

Hallo erstmal,

gut, dass du mich da mit einbindest.

Ja ich hatte tatsächlich gerade den selben Gedanken wie du, wenn Mama das ganze mal aus der Sicht einer Person mitbekommen würde, welche sich so fühlt, dann hätte sie sicherlich mehr Verständnis und würde sich möglicherweise mehr bemühen andere neutraler zu behandeln.

Der Beitrag von BassFace wäre dafür ziemlich gut geeignet, also wäre das natürlich gut wenn sie diesen lesen würde.

Natürlich nur wenn das für BassFace in Ordnung ist!

LG

Chris

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Hallo BassFace,

Ich bin selbst Genderfluid und wurde als Mädchen geboren. Ich mag es ebenfalls nicht wenn man mein Geschlecht auf irgendwelchen Dokumenten als weiblich bezeichnet. Mir gefällt der Gedanke nicht für den Rest meines Lebens nur als Mann oder nur als Frau gesehen zu werden. Manchmal finde ich es okay wenn mich jemand Frau XY bezeichnet aber ich mag es nicht wenn das irgendwo steht. Du hast auch gesagt dass du dich manchmal lieber feminin anziehst und manchmal nicht. Mir geht es da genauso obwohl Klamotten ja eigentlich nichts mit dem Geschlecht zu tun haben sollten. Ich hoffe das hilft dir irgendwie und man kann sich auch einfach nicht festlegen und sagen „ich bin halt ich“. Das ist auch vollkommen okay.

LG

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